Bestimmte Spiele vergisst man nie wirklich. Dazu gehören zweifellos „Pokémon Feuerrot“ und „Pokémon Blattgrün“. Jeder, der 2004 an seinem Schreibtisch saß und heimlich mit seinem Game Boy Advance Venusaur gegen Arcanine antreten ließ, wird genau verstehen, was wir meinen. Zwanzig Jahre später sind diese Spiele zurückgekehrt, diesmal auf der Nintendo Switch, und bringen eine Mischung aus Nostalgie und einer unerwartet hohen Anzahl ungelöster Probleme mit sich.
Die Ankündigung im Februar 2026 kam etwas unerwartet. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums von Pokémon gaben Nintendo und The Pokémon Company bekannt, dass beide Remakes der ersten Generation digital für die Switch und die Switch 2 erhältlich sein würden. Wer davon ausging, dass es sich um eine einfache Veröffentlichung mit geringen Erwartungen handeln würde, hat die Pokémon-Community offensichtlich unterschätzt. Pokémon HOME stand ganz oben auf der Wunschliste, die die Fans sofort aufstellten.

Spieler können Pokémon mithilfe von Nintendos cloudbasiertem Übertragungsdienst „HOME“ von älteren Spielen in neuere übertragen. Nintendo und The Pokémon Company hatten bereits vor der Veröffentlichung der Switch-Versionen versprochen, dass „Feuerrot“ und „Blattgrün“ diese Unterstützung erhalten würden. Seitdem sind fast fünf Monate vergangen. Die Funktion fehlt immer noch. Angesichts der Bedeutung, die „Pokémon HOME“ für das gesamte Ökosystem mittlerweile erlangt hat, ist es schwer, sich nicht ein wenig enttäuscht zu fühlen.
Dann kam das Update. Der beliebte Pokémon-Content-Creator Light_88_ machte vor einigen Tagen auf Twitter auf einen neuen Patch aufmerksam, der für fast alle Sprachversionen der Spiele verfügbar gemacht wurde – mit Ausnahme von Englisch und Japanisch, was an sich schon seltsam klingt. Ein offizielles Changelog gibt es nicht. Nichts – keine Patch-Hinweise, keine Erklärung. Allein das kann Spekulationen auslösen, und genau das ist auch geschehen. In der Pokémon-Community herrscht große Aufregung.
Möglicherweise wird durch dieses stille Update die Infrastruktur für Pokémon HOME vorbereitet. Vor der Veröffentlichung der HOME-Unterstützung erhielten Pokémon-Spiele in der Vergangenheit häufig kleine, kaum wahrnehmbare Updates. Das Muster ist erkennbar. Natürlich bleibt abzuwarten, ob dies erneut der Fall sein wird. Der Zeitpunkt ist jedoch zweifellos einleuchtend.
Einige Fans stellen sogar noch weitergehende Vermutungen an. In der Community wird spekuliert, dass das Update möglicherweise bereits Vorbereitungen für die Spiele der dritten Generation – „Pokémon Rubin“, „Saphir“ und „Smaragd“ – für die Switch enthält. Dies wäre wichtig, da es unmöglich ist, den Nationalen Pokédex in „Feuerrot“ und „Blattgrün“ zu vervollständigen, ohne Verbindungen zu anderen Spielen der dritten Generation herzustellen. Dieses Problem ist jedem nur allzu bekannt, der schon einmal versucht hat, alle 386 Pokémon zu registrieren. Es wirkt wie ein halb gedeckter Tisch.
Was auch immer der tatsächliche Inhalt des Updates sein mag, die Reaktion der Community offenbart etwas Faszinierendes: Das Interesse an diesen Spielen ist nach wie vor groß. „Blattgrün“ und „Feuerrot“ sind mehr als nur Nostalgie. Trotz ihrer Einfachheit sind diese gut gemachten Rollenspiele nach wie vor überzeugend. Der erste Schritt in die Cerulean-Höhle auf der Suche nach Mewtwo, die Rivalität mit Professor Eichs Enkel und die Kanto-Region – all das hat eine emotionale Tiefe, die neueren Pokémon-Spielen gelegentlich fehlt.
Dies wird auch durch die Verkaufszahlen untermauert: Damals wurden mehr als 12 Millionen Exemplare verkauft. Allein in Japan wurden in den ersten drei Tagen fast 900.000 Exemplare verkauft. Diese Zahlen deuten nicht auf ein unterdurchschnittliches Produkt hin. Auch wenn offizielle Verkaufszahlen noch ausstehen, wird erwartet, dass die Switch-Versionen erheblich zu diesen Zahlen beitragen werden.
Es ist noch unklar, wann Nintendo und The Pokémon Company ihr nächstes Projekt offiziell vorstellen werden. In diesem Sommer wird ein „Pokémon Presents“-Event als sehr wahrscheinlich angesehen. Es ist noch unklar, ob dort „HOME“, „Rubin“ und „Saphir“ oder etwas völlig anderes vorgestellt wird. Vorerst verfolgt die Community jeden noch so kleinen Hinweis – jeden Tweet, jede Datei, jeden Patch – mit derselben Detailgenauigkeit, die normalerweise Staatsgeheimnissen vorbehalten ist. Wie erstaunlich, dass das Spiel das nach über zwei Jahrzehnten immer noch schafft.
